"Kinder des Chaos" von Greg F. Gifune, Buchbesprechung

Heute mal wieder eine Buchbesprechung von mir. Lange Zeit war es still, was nicht heißt, dass ich nichts gelesen habe, aber irgendwie war nichts dabei, was mich von den Socken gehauen hat.

»Kinder des Chaos« ist mein drittes Buch aus dem Festa Verlag, jedoch das Erste, das mir zugesagt hat.
Zuvor hatte ich »Quäl das Fleisch« von Monica J. O’Rourke und »Rock-and-Roll-Zombies aus der Besserungsanstalt« von Bryan Smith gelesen. Beides waren Bücher aus der Festa Extrem Reihe, konnten mich aber leider nicht überzeugen.
Ich bin ein großer Fan von Horror und Zombie-Sachen, Bücher wie Film, aber das war selbst mir ein bisschen zu viel des Guten. Gerade bei »Quäl das Fleisch« kann ich schwachen Gemütern nur davon abraten. Es ist eine sinnlose Aneinanderreihung von Perversitäten, in der auch verbotene Sexualpraktiken thematisiert werden. An »Rock-and-Roll-Zombies aus der Besserungsanstalt« ist der Titel noch das Beste.

Vorneweg sei gesagt, dass »Kinder des Chaos« keine leichte Kost ist, aber Horrorfans ihren Spaß daran haben dürften.

Viel Vorgeplänkel, kommen wir jetzt zum Buch.

Klappentext:

Kinder des ChoasTief in der mexikanischen Wüste lauert die Hölle.

In einer verregneten Nacht begegnen die Jungen Phil, Jamie und Martin einem seltsamen Mann, dessen Körper über und über mit Narben bedeckt ist. Er scheint irgendwie mehr zu sein als nur ein Mensch … Und als der nächste Morgen graut, sind die Kinder zu Mördern geworden und ihre Schicksale haben sich für immer verdunkelt.

30 Jahre später wird Phil zu Martins Mutter gerufen. Sie erzählt, dass Martin seit Jahren geisteskrank ist und sich für einen Gott hält. Mit seinen Anhängern soll er in der Einsamkeit der mexikanischen Wüste leben und immer wieder Menschen töten, um mit ihrem Blut grausige Rituale zu vollziehen. Obwohl bereits mehrere angeheuerte Detektive verschwunden sind, bittet die todkranke Frau nun Phil, ihren Sohn zu finden und für ein letztes Wiedersehen nach Hause zu bringen …

Quelle: festa-verlag.de, 400 Seiten, erschienen 06/2013

Der Autor:

Greg F. Gifune (geb. 1963) gilt als einer der besten Thrillerautoren seiner Generation. Er hat über 20 Romane veröffentlicht. Ihr dunkel-melancholischer Ton hat ihm unter Kritikern und Lesern fanatische Fans gesichert. Er lebt mit seiner Frau und einer ganzen Schar Katzen in Massachusetts/USA.

Quelle: festa-verlag.de

Auch wenn es nicht in meine Wertung eingeht: Das Cover haut mich nicht von den Socken. Wie gut, dass ich kein visueller Mensch bin.

Der Schreibstil:

Geradlinig und schnörkellos, dennoch vermag Greg F. Gifune zu fesseln. Man hat ein klares Bild vor dem inneren Auge. Ein direkter Stil ohne dabei obszön oder gar zu aufdringlich zu wirken.

Die Charaktere:

Im Mittelpunkt steht Phil, der alles andere als ein Held ist. Alkoholkrank, geschieden, ein gescheiterter Autor … ein Antiheld, wie er im Buche steht. Er begeht einen Fehler nach dem anderen und ist zerfressen von Schuld seiner Vergangenheit. Als die totkranke Mutter seines Jugendfreunds Martin auf ihn zukommt und ihn bittet, Martin zu finden, der in Mexiko abgetaucht ist, übernimmt er die Aufgabe, weil er das Geld braucht. Doch nicht nur deswegen: Martin, Phil und ihr Freund Jamie teilen ein düsteres, mit Blut getränktes Geheimnis, das Phil in seinen häufiger werdenden Albträumen und Visionen heimsucht und letztlich einzuholen scheint. Gemartert von Schuldgefühlen begibt er sich auf eine gefahrvolle Reise, die womöglich seine letzte sein könnte.

Fazit:

Alle guten Dinge sind drei. Während mich die anderen Bücher des Festa Verlags nicht überzeugen konnten, hat mir dieses gut gefallen. Wer jedoch ein Happy End erwartet, sollte Abstand von diesem Buch nehmen, wie wohl von jedem Buch des Festa Verlags.

»Kinder des Chaos« ist ein packender Thriller mit vielen okkulten Elementen, interessanten Wendungen, einem unerwarteten Ende und einem Hauptcharakter, der durch seine Unvollkommenheit besticht. Für Freunde des Horrorgenres gebe ich eine klare Leseempfehlung.

Schmökergrüße von CID & Kit!

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