"Die Fänger des Himmels" von Thomas Krüger – Buchbesprechung

Die 15jährige Alissa und der Berber Tiras sind Freunde.
Und das, obwohl sie nicht unterschiedlicher sein könnten.

Da ist auf der einen Seite das behütete Mädchen,
das nicht anders sein will, als ihre Freundinnen,
auf der anderen Seite der blinde Berberjunge,
der von Visionen geplagt wird.

Und dann ändert sich von jetzt auf gleich alles in Alissas Leben
und ihr bleibt nur Tiras, der ihr helfen kann.
Werden die Beiden es schaffen, die Geheimnisse zu lösen?

“Die Fänger des Himmels” von Thomas Krüger

4189wtPRQcL._SX332_BO1,204,203,200_Baumhaus Verlag
(Bastei Lübbe)
Mai 2015
Seiten: 543
Hardcover
Print: 16,99 EUR
ISBN:
978-3-8339-0331-1
e-book: 12,99 EUR

Mehr übers Buch

Thomas Krüger bin ich das erste Mal im letzten Jahr über die Aktion Autorenvorstellung begegnet. Dafür habe ich seinen Krimi “Erwin, Mord und Ente” gelesen, der mich schlichtweg begeistert hat. Ich bin ein großer Fan von Erwin und seinen Laufenten.

Wir haben seitdem einen tollen Kontakt über Facebook und so erzählte er mir von seinem Jugendbuch, an dem er gerade arbeitete. Schon damals interessierte mich die Story und so kam es, dass ich von ihm nach erscheinen eine Ausgabe von “Die Fänger des Himmels” erhielt. An dieser Stelle vielen lieben Dank.

Leider dauerte es eine Weile, bis ich dazu kam, es zu lesen und da zu diesem Zeitpunkt viele Blogtouren stattfanden, gab es immer andere Bücher, die zuerst gelesen werden “mussten”. Als ich den Roman dann bei audible entdeckte, landete das Hörbuch auf meinem mp3-Player.

Das Buch wird von Rufus Beck gelesen (über den ich jetzt nicht viel sagen muss – er beherrscht den Job und ihm zuzuhören, ist ein Erlebnis) und ich höre sehr gerne Bücher bei der Arbeit oder auf der Autofahrt.  Bei den “Fängern des Himmels” gab es allerdings ein kleines Problem. Die Protagonisten tragen Namen, die für meine Ohren sehr fremd klingen und so hatte ich beim Hören große Probleme, Rufus Beck zu folgen. Daher brach ich ab und fing wieder an, zu lesen. Geschrieben war es für mich einfacher, zu folgen.

Dann kam der Montag und mein aktuelles Hörbuch war beendet. Also gab ich den Fängern noch mal eine Chance. Diesmal hatte ich mich schon an die Namen gewöhnt und dann passierte, was ich von Thomas Büchern kenne – ich erreichte einen Rauschzustand, konnte nicht mehr aufhören zu hören. Ich war in der Geschichte um Alissa und Tiras gefangen.

Doch um was geht es eigentlich? “Die Fänger des Himmels” ist eine Mischung aus Fantasy, Sci-Fi und Dystopie. Ein großer Konzern, Prosisco, hat ein Implement erfunden, ein Implantat im Gehirn, dass das Memoporting ermöglicht. Somit kann man einen Teil seines Ichs losschicken, während man selbst etwas anders tut. Eigentlich eine schöne Sache.

Dieses Implement darf man sich ab seinem 15. Lebensjahr einsetzen lassen, was auch alle in Metronas machen. Alle, bis auf Alissa. Denn ihr Vater, der selbst eine Koryphäe im Bereich der Memoforschung  ist, will es nicht. Auch die Berber, ein Volk von Nomaden, beäugen die Vorgänge in der Stadt mit Anspannung, allen voran der erblindete Tiras, ein Freund Alissas.

Und dann überschlagen sich die Ereignisse: Alissas Vater ist spurlos verschwunden, Männer der sogenannten Wächter, die Ordnungshüter von Posisco, brechen in ihr Haus ein und Alissa gelingt es nur knapp, sich vor ihnen zu verbergen. Irgendwas stimmt da nicht und gemeinsam mit Tiras beginnt Alissa, das Geheimnis von Posisco zu erkunden – auf der Suche nach ihrem Vater.

Inhaltlich sehr rasant, werden Themen aufgegriffen,
die so aktuell wie nie sind.

  • Wie einfach lassen sich Menschen manipulieren?
  • Wie einfach kann ein charismatischer Mensch die Gedanken anderer vernebeln?
  • Wie weit darf man gehen, um seine eigenen Ziele zu erreichen?
  • Was passiert, wenn man sich gegen die allgemeine Meinung stellt?
  • Wie schnell kann man sich im Widerstand wiederfinden?
  • Wie grausam werden Menschen, wenn sie die Macht über andere haben?

Fazit: 

Das Buch ist sehr anspruchsvoll – nicht nur vom Inhalt, sondern auch Thomas’ Schreibstil ist sehr bildlich und ausschweifend. Dabei bleibt er jedoch im Geschehen und verleiht seinen Protagonisten eine Tiefe, die den Leser in die Welt hineinzieht. 

Allein schon diese Welt hat es in sich – sie ist bis in das kleinste Detail ausgereift und man kann sich vorstellen, das es sich nicht um einen Roman, sondern um erlebte Geschichte handelt. Wer sich mit dem 2. Weltkrieg beschäftigt hat, versteht, was ich damit meine.

Mitreißend, aufwühlend, nachdenklich machend, erschreckend realistisch – all das ist “Die Fänger des Himmels”. 

Allerdings – und hier sehe ich den Verlag in der Pflicht – ist das Buch kein “Jugend-Fantasy” im üblichen Sinne. Dazu ist die Geschichte zu tiefgründig. Meine Leseempfehlung spreche ich für alle ab 16 Jahre aus, die bereit sind, sich auf dieses Buch einzulassen. Interesse an Sci-Fi und Dystopie vorausgesetzt. Dann aber erwartet euch ein Roman, den ich nicht aus “der Hand” legen konnte.

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Weitere Beiträge zu Thomas Krüger findet ihr auf der Seite “Sortierung nach Autoren”.

Eulengrüße

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